Das Werden eines Lobmeyr Glases
Es ist wirklich ein bleibender Eindruck, den der Besuch einer Glashütte hinterlässt. Das dröhnende Geräusch der Brenner in der hohen Halle, und das emsige aber gelassene Treiben um den Glasofen herum ist beeindruckend.
Der Entwurf kommt als Papierschnitt zur Hütte, dort werden Metallschablonen und anschließend Holzformen hergestellt. Die Entstehung eines Glases beginnt, indem der „Külbelmacher“ eine Pfeife nimmt, in den Hafen oder die Wanne "einsticht" und ein wallnussgroßes Stück Glas aufnimmt. Durch kurzes und gezieltes Einblasen vergrößert er die Oberfläche des "Külbels", um beim nächsten Einstich mehr Schmelze aufnehmen zu können. Durch dauerndes Drehen und Balancieren der honigflüssigen Schmelze, wird eine symmetrische, der endgültigen Form bereits ähnliche, Glasblase vorbereitet. Jetzt wird an einen Einbläser übergeben, der dem Külbel mit dem Walkholz die Rohform gibt, und das noch fließende Glas in die gut befeuchtete, zweiteilige Form senkt. Nun wird die Form geschlossen. Durch die Atemluft des Glasbläsers wird das heiße Glas unter dauerndem Drehen an die Formenwand angepasst. Die seidenweiche Oberfläche entsteht durch eine total "glatte" Dampfschicht, die das Glas von der Holzform trennt. Einfache Gläser können jetzt durch einen gezielten Schlag von der Pfeife abgesprengt werden und vom "Zuträger" zum Kühlofen gebracht werden. Nachdem das ofenfertige Stück im Kühlofen vorsichtig über den kritischen Temperaturbereich (etwa 600°C) gebracht wurde, kann der Teil der Glasblase, der im Kontakt mit der Pfeife war, die so genannte "Kappe", abgesprengt werden. Der verbleibende scharfe Rand wird innen und außen verschliffen und anschließend feuerpoliert.10-30% der Gläser fallen der anschließenden Qualitätsprüfung zum Opfer.
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